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Seit knapp zwei Monaten nunmehr nehme ich keine Antidepressiva mehr ein. An meinem Krankheitsbild im Sinne der Diagnose hat sich seither jedoch nicht verändert, nachwievor bin ich von Depression betroffen. Mit Depressionen leben zu können und gleichzeitig ohne Medikamente wie Antidepressiva auszukommen scheint für viele ein Traum zu sein, die ihrerseits Medikamente einnehmen. Für andere wiederum kommt die Einnahme von Medikamenten grundsätzlich nicht in Frage, weshalb sie nach Wegen Ausschau halten, zwecks Linderung ihrer Depressionen weitgehend auf Psychopharmaka verzichten zu können. Wie bin ich von meinen Antidepressiva losgekommen?Nun, es kam anders als gedacht und gewollt war es auch nicht wirklich. Zuletzt nahm ich wieder Paroxetin ein zusätzlich zu Lamictal bzw. Lamotrigin, einem Stimmungsstabilisator, der zurecht zunehmend seinen Weg in die Therapie der Depression findet. Neben der Depression bin ich auch von Narkolepsie betroffen, einer wahrlich kongenialen Ergänzung zur Depression, und es begab sich, daß sich die Medikamente, welche ich wider die Narkolepsie nehme, nicht mit jenen zur Behandlung der Depression vertrugen. Xyrem und Paroxetin als auch Lamotrigin weisen als mögliche Nebenwirkung allesamt mehr oder weniger verklausuliert aus, daß deren Einnahme zu Ödemen führen könne. Bei mir stellte sich kaum zwei Wochen nach Beginn der Therapie mit Xyrem ein Ovulaödem ein, der Gaumen schwoll an und schnürte mir die Luft ab. Auf der Notfallambulanz der Klinik wies man mich an, außer Modafinil und Ritalin, die ich zur Bekämpfung der Tagesmüdigkeit meiner Narkolepsie einnehme, sämtliche Medikamente abzusetzen. Notgedrungen also entsagte ich von da an Paroxetin und Lamotrigin. Wie lebt es sich seither ohne Antidepressiva?Angst ohne Antidepressiva auskommen zu müssen, hatte ich nie. Allenfalls der Zeitpunkt überraschte mich ein wenig als auch die Art und Weise, wie ich meine gewohnte Medikamenten-Kombination fahrenlassen mußte. Unter diesen Umständen, also mit lebensbedrohlichen Komplikationen in der Klinik zu landen, hatte ich bis dato in meinen kühnsten Phantasien nicht gerechnet und vergleichbare Fälle waren mir auch nicht bekannt. Fortan beschränken sich meine Antidepressiva auf rein psychotherapeutische Maßnahmen und hierbei vor allem der Bibliotherapie. Ich lese in wohltuend-stimulierenden Büchern, die positiv gehalten sind als auch konkrete Tips zu einem Umgang mit Problemen geben, eben Selbsthilfeliteratur. Zudem folge ich meinem seit knapp zwei Jahren nunmehr schon aufgestellten Programm, meinem Mentaltraining. Rückschläge in die Depression in nennenswerter Weise gab es bislang erst einen, wobei dieser auch mehr ernährungbedingter Natur zu sein scheint. Auf der anderen Seite fühle ich mich durchweg gut in nicht-depressiven Phasen. Noch kann ich nicht präzise scheiden zwischen den Zeiten mit und ohne Einnahme von Antidepressiva auf Gefühlsebene. Gemeint ist die Frage, ob ich mich, wie gerade von Psychoanalytikern gerne apostrophiert, authentischer fühle oder nicht. Gewachsen ist nur das Bewußtsein, daß es sich sehr gut mit als auch ohne Antidepressiva leben kann, sofern man das möchte. Aufmerksam geworden bin ich zudem einmal mehr auf die Schattenseite der Antidepressiva, nämlich deren Nebenwirkungen. Auf gehts zum Psychiater Und wie bereits erwartet, ging dann auf einmal alles sehr rasch. Zwecks Überweisung zum Psychiater („Sonst kostet es 10€!“) suchte ich meine Hausärztin auf. Mit Nennung des Zauberwortes „massive Suizid-Gedanken“ öffnete sich das Tor zum Psychiater. Auf der Überweisung stand als Grund der Überweisung: „schwere Depression“. Schwere Depression? Was ist das eigentlich? So richtig konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Auch konnte ich mir nicht ausmalen, was so schwer an meinem Krankheitszustand sein sollte. Ich verweigerte mich nicht unbedingt stark der Einsicht in die Diagnose, doch dachte ich damals, daß es vielen Menschen schlechter als mir ginge und ich aus diesem Grunde in eine weniger schwere Kategorie gestuft werden müßte. Welch ein Irrtum! Je mehr Informationen ich über meine Krankheit in mir aufnehme, desto mehr schwant mir mittlerweile, daß ich eigentlich unter einer sehr schweren Depression leide. Erschwerend kommt hinzu, daß ich bipolar II bin. Laut Statistik und klinischer Studien kommt da noch einiges Böses auf mich zu. Warten wir es mal ab. Mein erstes Antidepressivum Beim Psychiater endlich angelangt, entpuppte sich der Hinweis auf Suizid-Gedanken als eine Art Chiffre für schwere Depression und damit war der Einsatz von Antidepressiva in jedem Falle geboten. Bereits am ersten Tag in jenem Juni im Jahre 2006 erhielt ich mein erstes Antidepressivum verschrieben: Sertralin. Ein halbes Jahr ist seither vergangen. Davon war wenigstens die Hälfte des Zeitraums von medikamentöser Einstellung als auch Phasen der schweren Depression gekennzeichnet. Sertralin wirkte bei mir keine Wendung zum Guten. Das daraufhin verordnete Paroxetin dagegen wirkte wunder. Hoffnung und Lebenswille Erleichtert bin ich nunmehr dennoch. Mental habe ich einen neuen Fokus erhalten, der da heißt, der Krankheit trotzen zu wollen. Ich kann nicht verhehlen, daß mir gerade dies in Phasen der Depression nicht leichtfiel und noch immer nicht leichfällt, im Gegenteil. Gleichwohl arbeite ich daran, in mir einen großen Funken Hoffnung zu verankern, den man auch Lebenswillen bezeichnen könnte. Ehedem war ich derart gleichgültig, daß ich mir nicht einmal mehr im klaren war, ob ich mich umbringen und damit selbst töten, oder weiter vor mich hinsiechen sollte. Am liebsten war mir der Zustand des Schlafens mit seiner Ruhe und unbeschwerten Form des Unbewußten. Perspektive entwickeln Gegenwärtig habe ich bedingt durch viele Faktoren und Umstände wieder eine Perspektive entwickeln und erarbeiten können. Ob ich die berühmte Talsohle durchschritten habe, weiß ich nicht. Ich weiß dagegen, daß ich mich wieder nach oben kämpfen werde, ganz gleich wie tief ich noch fallen mag. Neuer Lebenssinn durch Depression? Ermuntert hierzu wurde ich paradoxerweise durch die Diagnose meiner Krankheit. Viele Depressive verkriechen sich, was ich auch lange Zeit tat und gelegentlich auf eine gewisse Art noch tue und somit durchaus verstehen kann. Vielleicht habe ich dadurch, daß ich meine Krankheit öffentlichmachte dazu beigetragen, meinem Leben unbewußt neuen Sinn zu verleihen, der höheren Idealen folgt, aber auch den Lebenswillen bei mir aufrechtzuerhalten. Niemals darf man außer acht lassen, daß ich trotz allem immer wieder suizid-gefährdet bin. Offener Umgang mit Depression Doch der offene Umgang mit meiner Krankheit hat sehr viel Unterstützung aus meinem Umfeld freigesetzt, teils an Stellen, wo ich es gar nicht vermutet hätte und teils in einer Form, die ich mir nicht einmal im Traum ausmalen konnte. Umgekehrt gab es auch vereinzelt Personen, die nicht ganz nach meinen Vorstellungen reagiert hatten, doch war auch das eine wichtige Erfahrung für mich. Überglücklich bin ich darüber, so viele Freundschaften online geschlossen zu haben, gerade über diesen Blog. Unter dem Strich bin ich zufrieden mit meiner Diagnose und dem offenen Umgang damit. Mein Leben ist wieder reicher an Erfahrungen. Wesentlichen Beitrag hierzu haben meine Medikamente geleistet, Paroxetin (Paxil/Paroxat) als auch Lamotrigin/Lamictal. Auf diese Helferlein möchte ich auch mein ganzes Leben nicht verzichten. Medikamente, die zur Gemütsbesserung führten und die Lebensgeister wieder weckten, in Kombination mit einem neuen Ziel – das stellt für mich die wundersame Kraft der Diagnose Depression dar. Wie sah es bei Dir aus? Wie verliefen Deine Diagnose und die Zeit bis dahin? Hat Dir die Diagnose abseits der Therapie-Möglichkeiten geholfen? Vertraust Du Dich Dritten an?
eBums ist irgendwie sick. Grobgesagt ist eBums eine eBay-Variante mit der Währung Sex statt Geld. Furore macht gerade Anna aus Lübeck, die Sex gegen einen Zahnarzt tauscht, um so eine Krone für ihre vermaledeiten Zähne zu erhalten. Ohne Krankenversicherung muß man umso mehr für Kronen berappen. Entdeckt hat diese Variante der Prostitution die BILD-Zeitung. eBums mag zwar eine irgendwie witzige Idee darstellen, jedoch scheint das Angebot auch nichts anderes als eine Form der Vermittlung von Sexkontakten zu sein, die sich entsprechend entlohnen lassen. Im Falle von Anna aus Lübeck und ihrer Versteigerungen auf eBums de drängt sich der Gedanke an Prostitution geradezu auf. Laut BILD soll sie sich auch für ein iPhone als auch Friseur interessieren – und bereitwillig mit Sex als Gegenleistung bezahlen. Und im Falle von BILD kann man sich des Verdachts nicht erwehren, daß der Beitrag von eBums gesponsort sein könnte, denn Promo täte dem bislang noch mit gähnender Leere strotzenden Auktionshaus der freizügigen Art sehr gut. Zumindest war die Meldung einen milden Lacher wert. Übrigens: tausche Depression gegen Porsche.
Sex ist der Inbegriff von Spaß an der Freude. Angst ist dagegen wider sich selbst gerichtetes Mißtrauen. „Der Mut verließ ihn plötzlich.“ Weiß der Volksmund das Phänomen völliger Verzagtheit zu beschreiben. Statt eine Handlung vorzunehmen, verharrt man starr und gelähmt voller Sorge um das, was kommen möge, so man denn handelt. Nimmt die Angst einen derart gefangen und wächst zu erheblichem Ausmaße an, folgt unweigerlich die große Panik. Spätestens ab diesem Punkte befindet man sich im emotionalen Ausnahmezustand und ist rationalen Erwägungen nicht mehr zugänglich. Der Kopf hat zugunsten seines Überlebenswillens dichtgemacht und kennt nur noch Flucht oder Angriff – der Neandertaler im Menschen läßt grüßen. Angst ist also ein modernes Drama, erwachsen aus der Furcht vor Konsequenzen, die man zu gegenwärtigen hat. Das irrationale an der Angst ist, das sie in keinem Verhältnis zur Handlung selbst steht. Auch an diesem Punkte weiß der Volksmund die Tatsachen klug zuzuspitzen: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Zum Ausdruck kommt in der Sentenz nämlich der Umstand, daß moderne Angst selbstauferlegter Albdruck ist. Auf der Seele lastet der Alb, jener Kobold, der einen nicht klar denken und statt dessen heftig reagieren läßt – irrational eben. Angst ist stets Furcht vor der Zukunft respektive vor zukünftigen Ereignissen. Sie existiert in der Gegenwart, doch spielt sich eigentlich in der Vergangenheit ab. Erfahrungen aus der grauen Vorzeit der eigenen Person oder der Umwelt werden mit einem Ereignis in der Zukunft verbunden. Unheilvoll hierbei und damit angsterzeugend ist dabei, daß man eine negative Aussage für die Zukunft fällt. Ansonsten wäre Freude nämlich die Folge. Ob man Gedanken der Angst oder Freude an eine Party knüpft hängt in erster Linie davon ab, welche Voraussagen man an dieses Ereignis knüpft. Wer bei der letzten vergleichbaren Party in eine schreckliche Schlägerei verwickelt worden war und Stunden später im Krankenhaus aufwachte, wird anders reagieren als jemand, der es mit zwei Mädels im Zimmer nebenan wie wild trieb. Mit der Schlägerei assoziiert man gemeinhin Negatives, während man dem flotten Dreier zuschreibt, etwas Tolles und gar Außergewöhnliches zu sein. Angst steht also auf der einen Seite purer Freude und Ausdruck von Lebensfreude gegenüber? Nein, denn ganz so einfach ist es nicht mit dem Menschen. Entscheidend ist alleine, welchen Sinn man den Ereignissen zumißt, wie man sie innerlich abheftet. Sämtliche sinnlichen Erfahrungen sind nämlich grundsätzlich neutral. Zuschreibungen wie „schrecklich“ oder „schön“ sind dagegen Wertungen. Und in der Wertung von Ereignissen ist jedermann völlig frei. Eine Schlägerei auf einer Party kann vorkommen. Daß man sich im Krankenhaus wiederfand kann auch bedeuten, daß man jemandem das Leben gerettet hatte. Zudem gibt es unter der Spezies Mensch auch solche Fälle, denen es nach Schlägereien gelüstet und für welche Krankenhauserfahrungen lediglich ein dazugehöriges Übel markiert, das es beim nächsten Mal (sic!) zu vermeiden gellte. Wer Sex mit zwei Mädels auf einer Party hat, dem muß das Ganze nicht unbedingt auch Spaß machen. Was ist, wenn man ungewollt unter Drogeneinfluß stand oder gar erpreßt worden war, den Akt zu vollziehen? Man glaube nicht, daß Sex gleich Sex sei. Angst schlägt auf das Gemüt, doch umgekehrt entscheidet das Gemüt darüber, ob die Angst fruchtbare Zustände zum Gedeihen vorfinden kann oder nicht. Begegnen kann man der Angst hernach am besten mit rationalen Gedanken und das aus einem guten Grunde. Statt sich tagelang zu sorgen und zu plagen vor dem Anruf bei der Frau seiner Träume, sollte man lieber zum Hörer greifen und schauen, was passiert. Unbegründete Sorge soll es nämlich auch geben und außerdem steht ein Anruf bzw. Telephonat von fünf Minuten Länge in keinem Verhältnis zu tagelanger Pein und Marter. Seelische Folter legt man stets sich selbst auf. Sonderbarerweise nämlich ist jede Angst und Sorge nach dem Telephonat auf wundersame Weise verschwunden wohingegen sie sich ohne den Anruf, dem Objekt der Angst, unaufhaltsam weiter in die Seele vorgräbt und immer fester verankert. Paradoxerweise kann es dadurch auch nichts mit dem „Zweier“ werden. Wer nicht anruft, hat schlechte bis keine Aussicht auf Sex. Übrig bleibt nichts als Kummer ohne Sex. Ohne Sex bleibt man auch, wenn einen die Dame der Gelüste zurückweist. Mag man dann auch ohne Sex bleiben, so hat man dann jedoch wenigstens keinen Kummer, bleibt ohne Angst. Und das ist mehr wert als sämtlicher Sex der Welt zusammengenommen. Glaubt es mir, ich weiß wovon ich spreche! |